3 Tipps für nachhaltiges Lernen

Bist du in meinem Jahrgang (’83) hast du wahrscheinlich eine ähnliche Schulzeiterinnerung:
Lehrer*in vorne bei der Tafel, Klasse in Reih’ und Glied und dem Unterricht – so gut es geht – aufmerksam folgen.
Meistens reiner Input vom Lehrer (auch mal eine lässige Overheadfolie oder einen Ausschnitt einer verspulten Videokassette), selten mal selbst ein Referat halten.
Und das Lustige: Vor allem an die Inhalte der Referate kann ich mich super erinnern. Warum? Das beschreib ich hier! 

In diesem Blogartikel zeige ich dir 

  • welchen Nutzen es hat mit allen Sinnen zu lernen und 
  • meine 3 besten Tipps, wie du dein Lernen oder das deines Kindes nachhaltiger gestalten kannst

Zuerst mal wertvolle Fakten:

  • Alles, was ich selbst mache, sehe, höre und bespreche, bleibt mir zu 90% in Erinnerung. 
  • Alles, was ich sehe, höre und bespreche, bleibt mir zu 70%
  • Alles, was ich sehe und höre, bleibt mir zu 50%
  • Alles, was ich nur sehe, bleibt mir zu 30%
  • Alles, was ich nur höre, bleibt mir zu 20%

Als ich diese Aufschlüsselung während meiner Ausbildung das erste Mal gesehen habe, war ich schwer beeindruckt.
Die Zahlen zeigen, wie wichtig das Lernen mit allen Sinnen ist! 

Je mehr Sinne ich in meinen Lernprozess miteinbinde, desto mehr behalte ich davon. Reines, starres Pauken ist viel weniger nachhaltig, als sich wirklich mit allen Sinnen auf den Stoff einzulassen. Sei es eine Sprache oder Informationstexte. 

Allein dieses Wissen kann beim Lernen unglaublich unterstützen. Ich muss noch gar keine Gedanken über meinen Lerntyp aufbringen. Es reicht für den Einstieg, dass ich weiß: je mehr Sinne ich beim Lernen anspreche, desto nachhaltiger ist es! 

Aber wie jetzt genau? 

Keine Sorge. Mit Sinnen zu lernen ist kein Mehraufwand, kein Zeitverlust oder Hokuspokus.

Ein bisschen Umdenken gehört aber dazu. 

Der erste Umdenkprozess beginnt damit, dass du verstehst, dass Lernen nicht passiv und kein Konsum ist.
Es ist nicht nur der Trainer*in, Lehrer*in oder Coach*in, der/die für Häppchen gerechten Input und die richtige Verarbeitung der Inhalte sorgen muss. (Obwohl bei ersterem sehr viel von Lehrer*inne*n abgefordert wird).Viel Verantwortung für dein Lernen liegt jedoch bei dir selbst.

Lernen ist ein aktiver und zu einem großen Teil selbstverantwortlicher Prozess, den du gestalten und zulassen darfst.

Und das macht es wiederum schön! Du hast die Macht über dein Lernen! Du kannst es gestalten und fördern. 

Meine 3 besten Tipps für nachhaltigeres Lernen. 

Nimm ein Thema, ein Kapitel oder einen Text. Irgendwas, was du gerade lernen willst/musst/kannst und nimm es dazu her, es vielseitig zu bearbeiten. 

  • Tauch deinen Lernstoff in deine Sinne, indem du bspw. einzelne Sinneskanäle wie folgt ansprichst:
    Unterstreiche, markiere, kritzle neben an deine Notizen dazu.
    Fasse die Lerninhalte in eigenen Worten zusammen und tu so, als würdest du es einer anderen Person erzählen/erklären.
    Nimm eine Zusammenfassung des Inhaltes auf deinem Handy als Sprachnachricht auf. 
  • Mach den Lernstoff auf irgendeine Weise (ernst oder witzig) zu deiner oder einer persönlichen Geschichte! Lege Gefühl und Erfahrung in den Lerninhalt, mach ihn dir zu eigen! Trau dir auch eine irrwitzige Geschichte daraus zu machen.
  • Bring das neue Wissen in einen Kontext! Was davon kennst du schon? Was könnte sich mit Vorwissen gut verbinden? Such nach Angelhaken und verknote das Neue mit dem „alten“ Wissen. 

Zusatz-Tipp: Papier oder elektronisch? 

Ein Tipp – egal wie technologisch du bist: Achte darauf viel auf ausgedruckten Papierunterlagen zu lernen. 

E-Reader, Pdfs sind toll und praktisch. Für nachhaltiges Lernen solltest du bedenken, dass das Gehirn in „Landschaften“ denkt. 

Das Gehirn kann sich in einem gedruckten Text, der auf einer Seite angeordnet ist, besser orientieren und Anker werfen.

Vergleiche doch mal die Arbeit mit einem Papier-Wörterbuch und das rasche Nachschlagen eines Wortes in einer App.
Du magst vielleicht bei beiden nach einer gewissen Zeit vergessen haben, was das Wort bedeutet, kannst aber meistens noch sagen, wo sich das Wort im Wörterbuch genau befand (rechts oben, links in der Mitte…).

Außerdem ist das häufige Bildschirmlesen für die Augen ermüdend und bringt Unruhe in den Geist, da auch Ablenkungen dem Bildschirm viel näher liegen. 

Frage an dich: 

Wie behältst du Lerninhalte besonders gut?
Welche Strategien wendest du bereits an?

Ich freu mich auf deinen Input! 

Sei gut zu dir,
Daniela